Thermowände im Discount-Neubau

Effiziente Bauzeitreduktion durch Betonfertigteile

Tuttlingen (ABZ). – Insgesamt mehr als 15.000 Filialen betreiben sechs Discounter-Supermarktketten in Deutschland. Jährlich kommen neue hinzu. Vor allem in städtischen und suburbanen Regionen versuchen die Handelskonzerne, weiter zu wachsen.

Die Montage der Elemente erfolgte in nur drei Wochen, berichten die Beteiligten. Um den rund 20 Jahre alten Discounter-Markt in Tuttlingen zu ersetzen, plante der Betreiber den nahen gelegenen Neubau eines Lebensmittelmarktes. Foto: Architekturbüro Vögele

Neben dem Ausbau der digitalen Präsenz durch Onlineshops und dem Umbau bestehender Filialen setzen die Handelsunternehmen verstärkt auf den Bau neuer, modernster Filialen. Ein Paradebeispiel dafür bietet die Eröffnung eines neuen Discount-Marktes in Tuttlingen im südlichen Baden-Württemberg. Um die geplante Rekord-Bauzeit von sechs Monaten einzuhalten, setzten die Planer beim Rohbau auf den Einsatz von Betonfertigteilen.

Der Neubau sollte einen rund 20 Jahre alten Discounter-Markt in der Mittelstadt ersetzen. Auf einer Grundstücksfläche von circa 7150 m² entstand seit Mitte Oktober 2024 eine neue Filiale mit einer Brutto-Grundfläche von rund 2275 m². Dabei handelt es sich um ein eingeschossiges Gebäude mit Flach- und Pultdach. Im Inneren befinden sich ein Verkaufsraum, das Lager, der Anlieferbereich, ein Pfandraum, die Backvorbereitung, eine TK-Zelle, diverse Flure, ein Personalraum, ein Aktenraum sowie ein WC.

Spatenstich verschoben

Weil vor dem ursprünglich geplanten Baustart im September 2024 noch zahlreiche Vorarbeiten auf dem Baugrundstück anfielen, verzögerte sich der Spatenstich für den Neubau bis Mitte Oktober 2024. Mathias Vögele vom Architekturbüro Vögele aus Konstanz erklärt: "Auf dem Baugrundstück befand sich ein Produktionsgebäude, welches abgerissen werden musste. Zur Grundsicherung mussten zudem Bohrpfahlwände in den Boden eingelassen werden. Im Anschluss daran waren noch 10.000 Kubikmeter Erdreich abzufahren und der Baugrund durch Kalken zu verbessern. All dies hat wertvolle Zeit gekostet und den Baubeginn in den Herbst geschoben. Der Bauzeitenplan sollte trotzdem gehalten werden. 


Bei den Syspro-Thermowand-Elementen handelt es sich um integrierte, industriell vorgefertigte Betonfertigteile, die zwischen zwei Betonschalen eine Dämmebene beinhalten. FOTO: GEORG SCHWARZ GMBH

Eine Fertigstellung des Rohbaus vor der Winterpause war dafür zielführend." Aus diesem Grund entschieden sich die Planer dazu, das Objekt kurzfristig umzuplanen und den Rohbau mit Betonfertigteilen zu errichten. Statt die ungefähr 1900 m² umfassenden Wände konventionell mit Ziegeln zu mauern, wurden diese mit industriell vorgefertigten Thermowänden des Syspro-Mitglieds Egon Elsäßer Bauindustrie GmbH & Co. KG aus dem nahe gelegenen Geisingen gebaut. 

Zum Kühlen und Heizen

Auch für die Decken kamen Betonfertigteile in Form von Elementdecken zum Einsatz. Bei den Syspro-Thermowand-Elementen handelt es sich um integrierte Betonfertigteile, die zwischen zwei Betonschalen eine Dämmebene (10 cm EPS, WLG 035) beinhalten und funktional mit Elektroinstallationen und Rohrregistern zum Kühlen und Heizen ergänzt werden können. 

Durch die werkseitig integrierte Kerndämmung und die Verwendung von Edelstahldiagonalen und/oder GFK-Rundstäben zur Verbindung von Innen- und Außenschale können auch Außenwände mit höchsten wärmeschutztechnischen Anforderungen ausgeführt werden, ohne auf ein außenseitiges Wärmedämmverbundsystem zurückgreifen zu müssen. Nach dem Betonieren wirkt der erhärtete Gesamtquerschnitt aus Innenschale und Kern wie eine monolithisch hergestellte Wand.

 

Im Vergleich zur konventionellen Bauweise konnte alleine die Bauzeit des Rohbaus um etwa vier Wochen verkürzt werden. Foto: Architekturbüro Vögele

"Auf diese Weise konnte alleine die Bauzeit des Rohbaus im Vergleich zur konventionellen Bauweise um circa vier Wochen verkürzt werden", erklärt Mathias Vögele.

"Rechnet man die Zeit hinzu, die das Verputzen und die Standzeit für das Aushärten der Wände gekostet hätte, dann kommt man nochmals auf drei weitere eingesparte Wochen." Die Montage der Thermowände und Deckenelemente erfolgte in dann in nur drei Wochen.

Wieder im Zeitplan

Hierzu Johannes Villing vom Bauunternehmen Georg Schwarz GmbH aus Tuttlingen: "Die Anlieferung der Syspro-Elemente vom Betonfertigteilwerk Egon Elsäßer erfolgte just in time und sorgte für einen reibungslosen Bauablauf ohne lange Wartezeiten. Ein weiterer Pluspunkt: Die vorkonfektionierten Installationen ermöglichen im Nachgang auch einen schnelleren Innenausbau im Vergleich zu konventionell gemauerten Wänden." Auf die Frage, ob die Fertigteilbauweise teurer war als die ursprünglich geplante Ziegelbauweise, antwortet Mathias Vögele: "Ganz und gar nicht. Zieht man alle relevanten Parameter heran, dann stellen sich die Kosten in etwa gleich dar."