Neuer Haftungsmagnet

Gewicht um rund die Hälfte gesenkt

Zwei Mitarbeiter mit 6 m Schalung (FlyFrame und Schalhaut) und vier Magneten (MagFly AP).Fotos: B.T. innovation

MAGDEBURG (ABZ). - "Die Aufgabenstellung klingt zunächst einfach", so B.T. innovation aus Magdeburg (Halle A2, Stand 103): "Wie kann man das erfolgreiche Schalungssystem aus MultiForm-Schalungsträger und MagFly-Haftmagneten verbessern?"

2002 hatte das Unternehmen eine Positionierhilfe für Haftmagnete patentieren lassen. Dahinter verbirgt sich ein Fuß-/Feder-System, mit dem ein Magnet beim Aufsetzen auf einen Kipptisch, einer Umlaufpalette oder einer sonstigen magnetischen Schalfläche nicht sofort anhaftet, sondern zunächst ein kleiner Luftspalt verbleibt. Der Magnet kann dann mühelos exakt ausgerichtet und anschließend mit einem leichten Druck aktiviert werden, so dass er dann seine volle Haftkraft entfaltet.

Dank dieser simplen, aber hilfreichen Idee avancierten die MagFly-Haftmagnete nach Firmenangaben innerhalb kurzer Zeit zu einem der erfolgreichsten Magnetsysteme der Betonfertigteilindustrie. Zusammen mit dem Schalungsträgersystem MultiForm lösten sie in vielen stationären Fertigungslinien den klassischen Schalungsbau mit Holz- oder Spanplatten und deren Befestigung mit konventionellen Magneten ab. Aber auch in Umlaufanlagen mit flexiblem Fertigungsprogramm und ständig wechselnden Elementdicken wie bei Massiv- und Sandwichwänden gilt das System von B.T. innovation als Alternative zu schweren Stahlschalungen, die zwangsläufig Krane, Umschlaggeräte oder investitionsintensive Roboter erfordern.

Differenzierter Blick

"Die Anwender sehen die Vorteile dieser Systemlösung freilich sehr differenziert", heißt es weiter. Für die einen ist es wichtig, dass die Haftmagnete nicht nur leicht und gewaltfrei positionierbar sind und eine zuverlässig hohe Haftkraft haben, sondern dass sie mit dem angebauten Exzenterhebel auch wieder jederzeit ohne zusätzliche Werkzeuge gelöst werden können. Andere legen Wert darauf, dass mit ein und demselben System Schalungshöhen von 10 bis 60 cm gleichermaßen gut realisiert werden können.

Wieder andere sehen den größten Vorteil in der Einsparung von Arbeitszeit und Schalmatetrial sowie der damit einhergehenden Reduzierung des Abfalls.

"In Kenntnis dieser vielen Vorteile und der positiven Meinungen über das aktuelle System erscheint die Aufgabenstellung, dass System weiter zu verbessern, als echte Herausforderung", schreibt das Unternehmen. "Aber wir hatten schon immer den Ruf, aus einer guten Lösung eine Bessere zu machen", kommentiert Felix von Limburg, Geschäftsführer der B.T. innovation, seine Ambitionen. "Berufsgenossenschaften mit ihrem berechtigten Interesse an Arbeitssicherheit und dem Schutz der Gesundheit einerseits und der stetig steigende Kostendruck auf Fertigteilwerkbetreiber und Werkleiter andererseits motivierten dazu, darüber nachzudenken, wie man die Gewichte weiter deutlich reduzieren kann, und zwar ohne dabei die anderen Vorteile aufzugeben oder sonstige Kompromisse bei den Eigenschaften ein zu gehen."

"Und genau dieser Spagat scheint gelungen", wie es heißt. Vor kurzem stellte das Magdeburger Unternehmen den neuen MagFly-AP-Magneten offiziell vor, nachdem er zunächst bei einigen Testkunden auf Herz und Nieren geprüft worden war. In der Gestaltung unterscheidet er sich signifikant von seinem Vorgängermodell. So verfügt die neueste Entwicklung über ein Gehäuse aus Aluminium, das gleichzeitig als integrierter Adapter für die Schalungsträger ausgebildet ist.

"Auch die Technik hat es in sich", unterstreicht die Firma: Vergleicht man den neuen MagFly AP mit dem alten MagFly 1600, dem meistverkauften Magneten der Serie, konnte durch die Optimierung des Magnetwerkstoffs und der Stahlanteile das Gewicht des neuen Magneten auf etwa die Hälfte gesenkt werden bei gleichzeitig mehr als 20-prozentiger Erhöhung der Haftkraft.

Exaktes Positionieren

MagFly AP und FlyFrame auf dem Schaltisch.

Überdies verfügt auch der neue MagFly AP über bewährte Funktionen wie das patentierte Fuß-/Feder-System zum exakten Positionieren oder den integrierten Exzenterhebel zum werkzeugfreien Lösen der Magnete. Entsprechend positiv laut Unternehmen fiel die Beurteilung durch die Testkunden aus: "Dank der enormen Gewichtseinsparung nehmen die Mitarbeiter jetzt zwei bis vier Magnete gleichzeitig anstatt wie bisher ein oder zwei. Wir spüren schon deutlich, dass es einfacher und schneller geht", so die einhelligen Rückmeldungen.

Zeitgleich mit dem neuen MagFly-Magneten stellten die Magdeburger auch das neue Schalungsträgersystem FlyFrame vor. Dabei handelt es sich um die entsprechende Weiterentwicklung des MultiForm. "FlyFrame ist ein ultraleichter, aber dennoch extrem stabiler Schalungsträger aus gehärtetem und spezial beschichtetem Aluminium", wird berichtet. Die Schalhaut aus Holz- oder Spanplatten kann von hinten angeschraubt werden, so dass die Schalfläche selbst frei von Beschädigungen oder Schraubenköpfen bleibt. Große Öffnungen auf der Rückseite ermöglichen es, auch schwere Einbauteile von hinten zu verankern.

Um dem Anspruch nach geringem Gewicht und dem damit verbundenen einfachen Handhabung gerecht zu werden sind Haftmagnete und Schalungsträger nicht fest miteinander verbunden oder gar miteinander verschraubt. Die Magnete werden je nach Bedarf einfach hinten in den Schalungsträger eingehängt. Mitsamt Magneten kann die Schalung exakt ausgerichtet werden, ehe sie dann durch Niederdrücken der MagFly-Magnete endgültig fixiert wird. Damit bleibt das System leicht zu handhaben, flexibel und wirtschaftlich.

"Selbstverständlich haben die Entwickler bei B.T. innovation darauf geachtet, dass die Systeme zueinander kompatibel sind", wird hervorgehoben. Der MagFly AP kann also auch mit dem MultiForm kombiniert werden.

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