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Knicklenker-Spezialist zeigt neue und bewährte Modelle

Nach der erfolgreichen Einführung in Großbritannien lanciert Bell Equipment den Bodendruck-optimierten B20E LGP jetzt weltweit.Foto: Bell

Alsfeld (ABZ). – Bell Equipment nutzt die Plattform der weltgrößten Baumaschinen-Fachmesse bauma zur Vorstellung von Modellen seiner aktuellen E-Serie (Halle B5.148). Bell informiert ebenso über den anstehenden Übergang zu den neuen Emissionsrichtlinien, modellspezifische Weiterentwicklungen sowie Neuerungen in seiner weltweiten Kundendienst-Strategie. Neben der Premiere des "Crossover"-Modells Bell B45E 4x4 liefert der internationale Knicklenker-Spezialist in München mit dem für viele Märkte neuen Zwanzigtonner Bell B20E LGP und dem bewährten Bell B50E einen kompletten Überblick über sein aktuelles 6x6-Programm mit insgesamt sieben Modellen mit Nutzlasten von 18 bis 45,4 t. Der vor rd. zwei Jahren zunächst in Großbritannien eingeführte Bell B20E "Low Ground Pressure" basiert technologisch auf der seit gut drei Jahrzehnten am afrikanischen Heimmarkt erfolgreichen kleinen Bell-Baureihe B20. Als 6x4 mit 18 t Nutzlast werden die kompakten Dumper dort im Erd- und Tiefbau oder als Trägerfahrzeuge für zahlreiche Sonderlösungen z. B. in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt. Im weltweiten Bell-Vertrieb geht der Bell B20E LGP jetzt mit drei angetriebenen Achsen und 800er-Breitbereifung (alternativ: 20.5 R 25) als bodendruck-optimierte Transportlösung für wenig tragfähige Böden oder extremes Gelände an den Start. Die Leistung des Reihen-Vierzylinders von Mercedes-Benz/MTU (OM 924LA/4R 1000) wurde auf 170 kW angehoben.

Zum Einsatz kommt nun eine Allison Sechsgang-Automatik mit integriertem Retarder – Vorder- und Mittelachse erhielten gekapselte Ölbadlamellen-Bremsen. Auch die übrige Ausrüstung entspricht den hohen E-Serien-Standards: Dazu zählt die geräumige Bell-Standardkabine, die serienmäßige Onboard-Waage sowie zahlreiche Fahr- und Ladeassistenten. Der großen Nachfrage in Großbritannien, wo der Bell B20E LGP u. a. als hoch spezialisierte Mietmaschine erfolgreich ist, folgte die Einführung am US-Markt. Nicht zuletzt dank größerer Nachfrage aus den skandinavischen Ländern – dort als straßengängiger Dumper mit 20.5-Standardbereifung – verlegte Bell Equipment die Produktion des B20E LGP im Herbst 2018 in sein europäisches Montagewerk Eisenach.

17 Jahre nach seiner Einführung 2002 bleibt der Bell B50E weiterhin der einzige 6x6-50-Tonner am Markt. "Die Einführung unseres eigenen und anderer 60-t-Knicklenker hat das Kundeninteresse an großen Dumperlösungen deutlich gesteigert und tatsächlich auch zu einer größeren Nachfrage für den B50E geführt," erklärt Tristan du Pisanie, Bell-Marketing-Leiter für knickgelenkte Muldenkipper. "Mit seinem überlegenen Leistungsgewicht und dem niedrigsten Bodendruck in der Klasse von 50 bis 60 t Nutzlast bleibt er weiterhin die ultimative Lösung für den wirtschaftlichen Massentransport in unwegsamem Gelände."

Dies gelte gleichermaßen für den schweren Erdbau bei Infrastruktur-Projekten und die Rohstoffgewinnung in extremer Witterung oder schwierigsten Bodenverhältnissen: "Im Erdbau zählen eine ideale Taktung der Geräteflotte und die uneingeschränkte Verfügbarkeit aller Maschinen selbst unter stark schwankenden Bedingungen. Bereits in der Evaluierungsphase erkennen viele Kunden, dass sich der B50E hinsichtlich Volumen, Nutzlast und notwendiger Streckenpflege einfach und reibungslos in bestehende Ladeorganisationen integrieren lässt. Im direkten Vergleich 'Kosten pro Tonne' punktet er mit seiner höheren Nutzlast direkt gegenüber 40-Tonnern. Dazu trägt auch sein niedriger Verbrauch bei, der unseren Kunden – wie bei allen Bell-Modellen – Vorteile im Betriebsergebnis sichert." Ungebrochen sei auch die Nachfrage im Gewinnungsbereich: "Wo unser B60E 4x4 in extremen Verhältnissen an seine Grenzen stößt, bieten wir mit dem ausgereiften B50E die anerkannt zuverlässige und wirtschaftliche Lösung."

Bell Equipment informiert auch über den anstehenden Übergang seiner Fahrzeug-Modelle von Emissionsstufe EU 4/Tier 4f zu den ab Anfang 2019 geltenden Bestimmungen nach EU 5/Tier 5. Dies betrifft alle Motoren der langjährigen Bell-Partner Mercedes-Benz/MTU, die EU-Stufe 4 noch mit einer Kombination aus integrierter Abgasrückführung (AGR) und der selektiven katalytischen Reduktion (SCR) durch Harnstoff-Zugabe (Adblue) erfüllten. Jetzt kommen in der Abgas-Nachbehandlung zusätzlich Dieseloxydationskatalysatoren (DOC) sowie Dieselpartikelfilter (DPF) zum Einsatz. Die entsprechende Technologie wurde von Mercedes-Benz in den Baureihen OM93x/47x bereits zur Einführung der Lkw-Abgasnorm Euro 6 entwickelt und von MTU in den entsprechenden Baureihen 1000 bis 1500 für den Offroad-Einsatz optimiert. Alle Komponenten der Abgasnachbehandlung, inklusive des Dieselpartikelfilters, sind als kompakte "One-Box-Lösung" hinter der Kabine installiert. "Als OEM waren wir langfristig in die Entwicklung eingebunden und konnten das heutige Konzept bereits im Design der E-Serie berücksichtigen, was uns heute eine zuverlässige und vor allem wirtschaftliche Umstellung gewährleistet," unterstreicht Tristan du Pisanie. "Auch die Leistungscharakteristik der Motoren blieb unverändert, wobei unsere Partner mit einem Verbrauchsvorteil von etwa 3 % rechnen. Die Wartungsfreundlichkeit wird durch eine vollständige elektronische Einbindung aller Mercedes-Benz/MTU-Komponenten in die zentrale Bell-Fahrzeugsteuerung und die gute Zugänglichkeit der Abgasnachbehandlung gewährleistet."

Eine umfassende Modellpflege kündigt der Hersteller für den stückzahlstarken 30-Tonner Bell B30E u. a. durch den Einbau eines Allison XFE-Automatikgetriebes (6V/1R) an. "Die enger und gleichmäßiger abgestuften niedrigen Gänge sorgen für eine bessere Nutzung von Motorleistung und Drehmoment bereits bei niedrigen Drehzahlen. Der Getrieberetarder wird wie bei unseren großen Modellen durch die Retarderfunktion der Ölbadlamellenbremsen ersetzt. Diese übernehmen die automatische Geschwindigkeitskontrolle im Gefälle und bieten jetzt auch die automatische Berganfahr-Hilfe im B30E. Sobald der Fahrer bergauf den Fuß vom Gaspedal nimmt, werden die Bremsen automatisch aktiviert und verhindern das Zurückrollen. Zur Weiterfahrt betätigt der Fahrer einfach das Gaspedal – die Bremsen lösen sich automatisch, sobald der Motor das notwendige Anfahr-Drehmoment erreicht. Bei Vorführungen zeigen sich unsere Kunden durchweg begeistert von dieser neuen Funktion," erklärt Tristan du Pisanie. Als weitere Neuerung im Bell B30E ermöglichen getrennte Kreisläufe für Brems- und Achsöle mit leistungsfähiger Kühlung und Filterung jetzt den Einsatz spezifischer Öl-Qualitäten und gewährleisten hohe Schmier-/Bremsleistungen bei geringerem Wartungsaufwand.

In München berichtet Bell Equipment auch über neue Initiativen im Kundendienst-Bereich. Dazu zählen Erweiterungen im seit zehn Jahre aktiven satelliten-gestützten Flottenmanagement Fleetm@tic, neue Finanzierungsmodelle sowie maßgeschneiderte Instandsetzungs- und Wartungsprogramme für alle Kundenanforderungen und Anwendungsprofile. Zu den Optimierungen in der weltweilen Ersatzteil-Logistik zählen das im September 2017 im deutschen Alsfeld eröffnete Europäische Logistikzentrum ELC und sein amerikanisches Pendant American Logistics Center (ALC), das Mitte 2018 den Betrieb aufnahm. Beide Teile-Drehscheiben versorgen die schnell wachsenden Bell-Märkte der nördlichen Halbkugel. Dabei gewährleisten sie eine hohe Verfügbarkeit für Kunden und Händler und übernehmen in enger Zusammenarbeit mit dem Global Logistics Center (GLC) in Johannesburg/Südafrika auch Beschaffungsaufgaben innerhalb der Produktionslogistik der Gruppe. Als nächster wichtiger Schritt folgt Mitte 2019 die Inbetriebnahme des 12 000 m² großen Produktionskomplexes im europäischen Bell-Muldenkipperwerk Eisenach. Beginnend mit der Muldenproduktion soll dort der Ausbau eigener Fertigungskapazitäten unnötige Transportwege in der Produktionslogistik vermeiden und mit einer effizienteren Organisation zu kurzen Lieferzeiten und einer flexiblen Reaktion auf spezifische Kundenwünsche beitragen.

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